Die 1,2,3- Diät

Nicht nur offensichtlich übergewichtige Menschen, sondern auch viele mit „normalem“ Gewicht teilen ein Problem: dauernd erhöhte Insulinwerte. Die Folge: Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Herz- und Gefäßerkrankungen mit Durchblutungsstörungen bis hin zum Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch eine angestrebte Gewichtsreduktion wird durch dauernd erhöhte Insulinwerte unmöglich gemacht.

Wie wissen Sie ob Sie betroffen sind? Nun, sie könnten Ihren Hausarzt bitten, den Nüchterninsulinspiegel und die Insulinspiegel von 30 Minutien, einer und zwei Stunden nach einem Frühstück, anhand von jeweiligen Blutproben, bestimmen zu lassen. Das ist jedoch aufwendig und wird in der Praxis kaum gemacht. Alternativ können Sie zwei Blutwerte die bei jeder Routineuntersuchung bestimmt werden nützen, um zu sehen, ob Sie ein Insulin- Überproduzent sind. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt Ihren letzten Triglycerid- und HDL-Cholesterin- Wert geben. Wenn das Verhältnis Triglycerid/HDL einen Wert von 3 oder höher hat, dann produzieren sie zu viel Insulin! Für Sie ist die 1,2,3-  Diät gedacht.

Beispiel: Triglycerid 150 mg/dl / HDL 50 mg/dl = 3

Wenn Sie die 1,2,3- Diät einhalten senken Sie Ihre Insulinproduktion und verbessern so Ihre Gesundheit und Lebensqualität. Auch wird es Ihnen dann gelingen Ihr Gewicht in einen optimalen Bereich zu bringen. Das geht dann ganz automatisch, ohne Kalorienzählen und eiserner Willenskraft; einfach über das Sättigungsgefühl. Jedes gesunde Tier (auch der Mensch) regelt so sein Gewicht. Oder haben sie schon einmal einen Tiger oder eine Gazelle gesehen, die Kalorien zählen?

Wie funktioniert das?

Das dauernd erhöhte Insulin führt auch zu einer Erhöhung des noch kaum bekannten Botenstoffs: Leptin. Normaler Weise fühlen wir uns „satt“, wenn das Leptin erhöht ist. Dauernd erhöhtes Insulin führt jedoch zu dauernd erhöhtem Leptin. Dauernd erhöhtes Leptin führt schließlich zu einer Abstumpfung unseres Appetitzentrums gegenüber diesem Botenstoff. Auf der Oberfläche der Zellen im Appetitzentrum des Gehirns sitzen Rezeptoren, an denen das Leptin andockt und so eine Reihe von Botenstoffen aus dem Appetitzentrum freisetzt. Sind die Leptin- Rezeptoren abgestumpft oder blockiert, dann findet dieser Schritt nicht mehr statt und wir erhalten kein Sättigungs- Gefühl.  (= Leptin- Resistenz**).

Die Folge: wir bekommen mehr und mehr Appetit und schließlich Heißhunger. So lange wir Kohlehydrate (Brot, Nudeln, Kartoffeln, Zucker, Obst, Gebäck etc.) zu uns nehmen, bleibt der Insulinspiegel aber erhöht. Dieser hohe Insulinspiegel verhindert zudem das Zugreifen auf unseren größten Energiespeicher: das Fettgewebe. Die Blockade des Fettabbaus durch erhöhtes Insulin und die Leptin- Resistenz sind die eigentlichen Ursachen des Übergewichts. Diäten welche die Kalorien nur einschränken aber die Probleme des erhöhten Insulinspiegels und der Leptinresistenz nicht angehen, werden auf Dauer scheitern. Es dauert mehrere Wochen, bis unsere Leptinrezeptoren wieder normal funktionieren und wir so wieder ein gesundes Appetit- Zentrum haben. Weiter unten können Sie lesen welche „normale“ Nahrungsmittel und Angewohnheiten die Leptin-Rezeptoren blockieren.

Achtung: Extreme Diäten welche z. B. Kohlehydrate völlig meiden sind bei Diätfehlern gefährlich. Sie sind entweder „drauf“ auf der Diät oder „nicht drauf“. Und wenn man nicht mehr drauf ist, dann ist die Diät „abgebrochen“ und man isst zu den dann gesteigerten Fett- und Öl-Portionen eventuell noch schnelle Kohlehydrate: die „tödliche“ Kombination.

Hier setzt die 1,2,3- Diät an. Mit der 1,2,3- Diät schaffen Sie es- vielleicht zum ersten Mal nach langer Zeit- ihren Insulinspiegel zu reduzieren und erlauben so den Zugriff auf das eingelagerte Körperfett.

Sie werden keine große Willenskraft benötigen. Zur Unterstützung gibt es jedoch 4 „Grundpfeiler“ die Sie unbedingt nutzen sollten. Einzelne Mahlzeiten, bei denen Sie „gesündigt“ haben, machen nichts. Sie verspüren dannach vielleicht ein wenig mehr Hunger. Sobald Sie jedoch wieder eine „korrekte“ Mahlzeit gegessen haben, lassen die Gelüste wieder nach. Das gleiche trifft auf den „Fresstag“ zu, den Sie ein mal die Woche, immer am selben Tag einlegen sollten. Essen sie an diesem Tag alles, worauf Sie Lust haben! Am nächsten Tag brauchen Sie nur für die ersten 1-2 Mahlzeiten etwas Willenskraft. Dann geht es wieder wie von selbst weiter.

Leptin- Resistenz ** Oder warum wir nicht gegen unsere Hormone gewinnen können

Die Erfahrung mit vielen Diäten lässt sich so zusammen fassen: anfängliche Gewichtsabnahme von 4-5 Kilogramm, dann „Stillstand“ trotz dauerndem Hunger, Abbruch der Diät nach 4-6 Wochen und schließlich wird das alte Gewicht in den folgenden 3-4 Wochen wieder erreicht und oft noch überschritten: „der JOJO- Effekt“.

Lange führte man das Versagen von Diäten auf mangelnde Willensstärke oder Bewegungs-Mangel (Faulheit) zurück. Seit der Entdeckung des Leptins wissen wir, dass diese Einstellung nicht nur falsch sondern auch grausam ist. Sie verschweigt nämlich ein paar einfach umsetzbare Informationen, mit deren Hilfe Übergewichtige endlich abnehmen können.

leptin-kid

Dieses Bild zeigt einen Jungen, der mit einem Gendefekt geboren wurde. Sein Fettgewebe kann kein Leptin produzieren. Normalerweise setzt unser Fettgewebe bei guter „Befüllung“ das Gewebshormon Leptin frei. Dieses gelangt über den Blutstrom in unser Gehirn (Hypothalamus) und erzeugt dort das Gefühl von Sättigung. Der vom Leptin stimulierte Hypothalamus kurbelt über die Schilddrüse unseren Stoffwechsel an. Wir verbrennen dann mehr Kalorien; auch in Ruhe. Gesunde Menschen und Tiere halten so ihr Gewicht in einem idealen Bereich.

Als der arme junge im Bild synthetisch hergestelltes Leptin bekam, lies sein bis dato unstillbarer Hunger nach und er nahm sein ganzes überschüssiges Fett in kürzester Zeit ab.

Die pharmazeutische Industrie witterte ein Milliardengeschäft. Dicke würden einfach nur eine Pille mit Leptin schlucken und das Übergewicht mit all seinen Folgeerkrankungen würde der Vergangenheit angehören. Leider kam es nicht so.

Als man das Blut von übergewichtigen Menschen auf Leptin untersuchte, fand man nicht niedrige sondern sehr hohe Werte. Aber das Sättigungssignal kam nicht an. Der Hypothalamus reagiert bei Übergewichtigen so als ob gaaanz wenig Leptin im Blut wäre. Man könnte sagen, der Hypothalamus „denkt“, wir wären am verhungern. Wie bei dem Jungen im Bild. Der Hypothalamus kurbelt den Appetit  an und bremst die Schilddrüse und damit den Stoffwechsel herunter. Und dagegen kommt nicht nur der kleine Junge nicht an. Auch wir Menschen mit Gewichtsproblemen haben da keine Chance.

Wie bekommen wir die Leptin-Rezeptoren wieder dazu das Sättigung- Signal weiter zu leiten?

Die Forschung zu diesem Thema läuft gerade auf Hochtouren. Hier sind die Verhaltensweisen welche die Leptin-Rezeptoren, meiner Meinung nach, am stärksten blockieren:

  • Transfette (Margarine, Plätzchen, Kuchen, Schokolade etc.)
  • hohe Insulinwerte (durch schnell verfügbare Kohlehydrate wie Nudeln und Kartoffeln)
  • Fruktose (Fruchtzucker; nicht nur im Obst sondern auch im Haushaltszucker und in gesüßten Getränken und Säften)
  • Stress und vor allem Schlafentzug
  • Weizen (nicht nur das Gluten!)
  • Aspartam (künstlicher Süßstoff)

Wenn es Ihnen gelingt, z.B. mit der 1,2,3-Diät möglichst viele dieser Faktoren zu vermeiden, dann fangen Ihre Leptin- Rezeptoren nach und nach wieder an Sättigungssignale zu übermitteln. Glauben sie mir: ich kann mich nur daran erinnern immer  meinen Teller leer gegessen zu haben. „Satt“ fühlte ich mich erst dann, wenn mein Bauch weh tat. Seit ich die oben genannten Faktoren meide und mich nach der 1,2,3- Diät ernähre, lasse ich immer wieder mal etwas auf dem Teller zurück. Ich bin einfach SATT, ohne mich stundenlang voll zu fühlen. Ein echt tolles Erlebnis!

 

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